Forum: Übersicht > Stilblüten


Stilblüten in Guttenbergs Statements

Hier wollen wir typisch zu Guttenbergsche Stilblüten sammeln und konzentriert zitieren. Quelle ist, so nicht anders vermerkt, "Verfassung und Verfassungsvertrag" von Karl-Theodor zu Guttenberg.

Stilblüten aus Statements, Debatten, Presseerklärungen etc.[Quelltext bearbeiten]

  • vorübergehend, ich betone, vorübergehend
  • abstrus
  • "Ich war sicher so hochmütig, zu glauben, dass mir die Quadratur des Kreises gelingt, und zwar politische Leidenschaft und Arbeit sowie wissenschaftliche und intellektuelle Herausforderungen als junger Familienvater miteinander in Einklang zu bringen. Für mich stellte das offenbar eine Überlastung dar." - Fragestunde im Deutschen Bundestag 23.02.2011
  • Herr zu Guttenberg bedient sich gern der Mittel der Entkonkretisierung ("man", "jemand", "einer" anstatt "ich") und des Konjunktivs. So erklärt er über sich selbst: "[…] ob man die notwendige Genehmigung der Nutzung dieser Ausarbeitung jeweils erbeten hat und ob diese erteilt wurde […]" -ebd.
  • Weiter: "Das ist das Letzte, was einer will, dass man einen wirklich so geschätzten Doktorvater, der einen über Jahre hinweg bei einer solchen Arbeit begleitet hat, letztlich auch noch in dieser Form beleidigen würde." -ebd.
  • Wieder hier: "Man würde ein besonders schlechtes Beispiel setzen, wenn man selbst bei fehlerhaften Arbeiten sich auf etwas versteifen oder an etwas festklammern würde, woran man sich als solches nicht mehr festklammern sollte." -ebd.

Stilblüten aus der Dissertation "Verfassung und Verfassungsvertrag"[Quelltext bearbeiten]

  • "Europa und die USA. Mancher Blick nach innen wie über den Atlantik trägt dieser Tage den Schimmer der Ernüchterung in sich. Manche kleine wie epochale Erschütterung führt mittlerweile zur Systemfrage. Und manche Tradition weicht der Nostalgie" (aus dem Vorwort)
  • "Trotz gelegentlich zweifelhafter Verfassung unserer Gesellschaften gab es selten einen Zweifel an der gesellschaftlichen Notwendigkeit einer Verfassung." (aus dem Vorwort)
  • "So pionierhaft sich diesbezüglich der amerikanische Pfad zu gestalten wusste, so eklektisch eigen wurde der europäische beschritten. Letzterer befindet sich wiederkehrend am Scheideweg." (aus dem Vorwort)
  • "Von einem großen Projekt, das im Angesicht des Hafens noch tragisch Schiffbruch erleidet? Oder vernehmen wir lediglich ein erneutes, wenngleich keuchendes historisches Durchatmen?" (aus dem Vorwort)
    • Ein unerreichtes (nicht lediglich) wissenschaftliches Kraftfeld und die Teilnehmer

verpflichtendes Erbe war und ist das nunmehr zu Recht „legendär“ zu nennende „Häberle-Seminar", (aus dem Vorwort, S. 6., gleich gehts weiter)

    • das dem von Konrad Hesse geprägtem Vorbild längst weit enteilt ist – ohne den „akademischen Enkeln“ Erinnerungen und Berufungen auf eine Leitfigur der Verfassungslehre zu entwinden. (aus dem Vorwort, S. 6, gleich gehts noch weiter)
    • Der Gedanke an die Teilnahme umweht den Verfasser nicht nur während intellektuell dürftigerer

Alltagserlebnisse dauerhaft – und erhält wenigstens den Anspruch höchster Qualität eigenen Gemurmels. (aus dem Vorwort, S. 6., gleich gehts weiter)

    • Von Herzen Danke meinem großen Lehrer (...) Häberle für Unzähliges, das kein Vorwort angemessen abbilden könnte. (Vorwort, S. 6)
    • (...) bevor die Erkenntnis (...) ein wenig der beklagenswerten Eitelkeit weichen durfte." (Vorwort, S. 6)


  • "Zumindest verpasste Europa in den Jahren 2007 und 2008 zum wiederholten Male den Καιρός (Kairos) und ließ die notwendige Unbedingtheit des Gestaltungswillens nur schemenhaft erkennen." übrigens auf der folgenden Seite noch zwei weitere Male "Kairos".
  • "Es ist indes müßig zu debattieren, ob es die – letzlich nie eingeräumte – Furcht vor der eigenen Courage oder lähmender Pragmatismus war […]"
  • "Allzu viele mussten meine verwegene Charakter- und Lebensmelange ertragen […]"
  • "Die heute so unverrückbar erscheinende amerikanische Verfassung war das Ergebnis zahlreicher Kompromisse, wobei der Gedanke des Kompromisses als konstitutives Strukturprinzip oder als politische Lebensform74 das amerikanische Verfassungsdenken in erheblichem Masse [sic!] beeinflusst hat.75" ,S. 41.
  • "Als J. Adams 1784 nach London reiste, um der Großbritannien einen Handelsvertrag vorzuschlagen, musste er unverrichteter Dinge zurückkehren, nachdem die Briten ihn mit der heiklen Frage konfrontiert hatten, ob er eine Nation oder einen der 13 Staaten vertrete." S. 29, Fn 36 (keine Unterstreichung im Original).
  • "Lediglich J.H.H. Weiler dürfen zarte, der Selbstdarstellung nicht abgeneigte Gehversuche auf dem steinigen Weg zu diesen Höhen attestiert werden, vgl. ..." S. 372, Fn 1048.
  • "Die Asomnie amerikanischen Verfassungsdenkens und –lebens über mehr als zweihundert Jahre ist ebenso Zeugnis positiven Auslegungsgebarens wie gelegentliches Abbild eines herausgeforderten Aktionismus." S. 45
  • "Unter den Demokraten gibt es bis heute nicht wenige, die ihrer Frustration über ein in ihren Augen durch umfangreiche Walkampfspenden korrumpiertes System mit einer Änderung des Verhältnisses „between money and speech“ Ausdruck verleihen wollen." S.228 f.
  • "Eine nicht unerkleckliche Anzahl französischer Spitzenpolitiker" S. 95
  • "Dem Wort „Erweckung“ ist hingegen die äußere sanfte, zuweilen rüttelnde Hand wesenseigen, weshalb dieser Begriff auch im Hinblick auf die schöpferischen Gedanken, die die „Gründungsväter“ und bis heute große Denker (aber auch gelegentlich allein die Bedürfnisse einzelner Bevölkerungsteile) dem Gebilde „Europa“ zuteil werden lassen, Anwendung finden soll." S. 19 f., Fn 3
  • "Insofern soll Currie bereits an dieser Stelle leise widersprochen werden." S. 44
  • "In diesem Zusammenhang von „kulturellen Veränderungen“ zu sprechen ist mit der Gefahr der Widersprüchlichkeit verbunden. Eine Kultur schöpft ihre Wesensmerkmale aus der Kraft immanenter Veränderung." S. 41, Fn 76.
  • Eine Notwendigkeit bietet eine Plattform. "Die scheinbare Notwendigkeit stets fester Begrifflichkeiten bietet hierbei eine – wenn auch gelegentlich schwankende – Plattform für Begriffsrealismus."
  • schüchtern/schüchterner/schüchterener
    • "Das US-Vorbild des Kongresses schimmerte hierbei erst schüchtern hindurch." S. 112
    • "In Frankreich ist ein (schüchterner) Dezentralisierungsprozess eingeleitet, ..." S. 163
    • Unausgesprochen oder lediglich schüchtern erwähnt blieb bislang der Umstand, dass das Produkt gerade nicht für die Ewigkeit gemacht und revidierbar ist, sondern prinzipiell gegen, vielleicht für die Zukunft offensteht." S. 185
    • "Der Verfasser dieser Zeilen erhebt den bislang vereinzelten und schüchternen Ruf, die Devise „In Vielfalt geeint“ eines Tages – in lateinischer Fassung – auch auf den EURO-Geldscheinen lesen können, zur Forderung." S. 188
    • "Ein wissenschaftlicher und politischer Diskurs über das Wesen der Verfassungshermeneutik ist umfassend und jenseits schüchterener [sic!] Debatten vorläufig nur in den USA in Gang gekommen." S. 291
  • Wortungetüme beim "Umschreiben"

Kairos (?) das musste ich erstmal googln. Noch nie gehoert das Wort. Aber ab heute werde ich das auch verwenden um mich jedesmal nostalgisch an Herrn Guttenberg zu erinnern (dessen Kairos schon lange verstrichen ist).

Bitte zu beachten, dass Kairos ein ganz wunderbares Wort ist, das von Guttenberg in mehrerer Hinsicht unsachgemäß verwendet wird.

_______________________________

Das Ignaz-Günther-Gymnasium in Rosenheim hat einen humanistischen Zweig. Früher war es sogar rein humanistisch. 'Den Freund prüft der Augenblick (kairos), so wie Feuer das Gold prüft', mußten wir dort auf Griechisch auswendig lernen. Kann mich nicht mehr auf den Wortlaut im Griechischen entsinnen.


Sehr schön. Danke für diese Seite! Unter kairos verstanden die Griechen übrigens den richtigen (!) Zeitpunkt.

________

Als Theologe habe ich ständig mit dem KAIROS zu tun, ist da nicht nur einfach der richtige Zeitpunkt, sondern in etwa der optimale, wahre Zeitpunkt. So wäre für Guttenberg spätestens jetzt KAIROS, aber mensch sieht ja, er verpasst ihn gerade.


Zitat: "der optimale, wahre Zeitpunkt" - eben der richtige. :)

Siehe Auch[Quelltext bearbeiten]


Zitat: "Das ist das Letzte, was einer will, dass man einen wirklich so geschätzten Doktorvater, der einen über Jahre hinweg bei einer solchen Arbeit begleitet hat, letztlich auch noch in dieser Form beleidigen würde."

Ja, warum tut "man" es dann? Dieser Irre spricht über sich selbst wie über jemanden, der er selbst nicht ist. Leidet er vielleicht nicht nur an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, sondern auch noch an einer schweren dissoziativen Störung oder einer Persönlichkeitsspaltung oder einer präsenilen Demenz?

Entweder dieser Mann kann nur leben, wenn er seine Schandtaten ständig vor sich verbirgt. Oder er ist sowas von dreist, daß es jeden Rahmen sprengt.

Ich gehen von letzterem aus.


Ordinäre, nicht signierte Einlassung von 84.159.151.123 wurde gelöscht.

Drabe 07:44, 9. Apr. 2011 (UTC)


Aus dem Vorwort: Ein Kraftfeld, das einem Vorbild enteilte. Ein Erbe, das dem Vorbild enteilte, ohne den Enkeln Berufungen auf eine Leitfigur zu entwinden. Ein Gedanke, der jemanden dauerhaft umweht. Ein Gedanke, der den Anspruch höchster Qualität eigenen Gemurmels erhält, während intellektuell dürftigerer Alltagserlebnisse.

Mit der Abbildung des Unzähligen, ob angemessen oder nicht, haben sich schon ganz andere Menschen abgeplaggt.

11:53, 3. Mai 2011 (UTC)11:53, 3. Mai 2011 (UTC)11:53, 3. Mai 2011 (UTC)11:53, 3. Mai 2011 (UTC)11:53, 3. Mai 2011 (UTC)11:53, 3. Mai 2011 (UTC)11:53, 3. Mai 2011 (UTC)~~

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.