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Der ursprüngliche Beitrag von Enivie Bearbeiten

Karrikatur von Klaus Stuttmann
Kanzlerinnen-Karikatur von Klaus Stuttmann ©

Zehntausende haben einen offiziellen Brief an Frau Merkel unterschrieben. Doch bisher nur Hohn und Spott für die zu Recht empörte Bildungselite, die laut Ihrer Aussage verlogen sein soll. Es ist eine offizielle Entschuldigung fällig, sehr geehrte Frau Merkel. Haben Sie immer noch nicht begriffen, worum es in der Causa Guttenberg eigentlich geht? Es betrifft die Integrität der Wissenschaft, die hier mit Füßen getreten wurde, auch von Ihnen durch Ihre politische "Schizophrenie" und dem "zweierlei Maß", das Sie hier an den Tag legten. Wer ist hier wirklich "verlogen"?

https://www.facebook.com/pages/Und-jetzt-Entschuldigen-Sie-sich-Frau-Merkel/140110012722190

Enivie 21:27, 1. Mär. 2011 (UTC)

Forum: Übersicht > Und jetzt bitte eine offizielle Entschuldigung an die Welt der Wissenschaft, Frau Merkel!

+++++ Auf mich wirkte die Erklärung unserer Kanzlerin so. als hätte sie nach wie vor nicht verstanden um was es geht. Kein Wort, keine Geste, keine Silbe hinsichtlich der logischen Konsequenz KTG's Rücktritt. +++++

Ja, leider, sehr enttäuschend. Mal sehen, ob sich das bei den anstehenden Wahlen auswirken wird, kann man da nur sagen. Also ich würde sie nicht wählen. Sie hat durch diese Geschichte für mich eindeutig an Format verloren. Ansonsten hätte ich mir darüber keine Gedanken gemacht, aber solche Leute mit derart befremdenden zweizüngigen Ansichten an der Spitze - verfehlt und gefährlich für Ethik, Kultur und Wissenschaft und auch für die Wirtschaft und den Schutz geistiger Erzeugnisse. --Enivie 04:12, 2. Mär. 2011 (UTC)

Merkel verhaellt sich sehr klug. Das wird von dem meisten Journalisten die ueber das Thema berichten nicht erkannt, da diese zu sehr auf das Kurzweilige fokussiert sind. Angie hat von Anfang an eine Strategie gewaehlt, wo sie unabhaengig vom Ausgang der Affaere mit minimalem Schaden davonkommt. Das wird sich auf lange Sicht auszahlen.

Nein, das glaube ich nicht. Sie hat damit viele in der Bildungselite nachhaltig enttäuscht. Das wird sich noch zeigen, wirst Du sehen. Sie profilierte sich bisher als Vernünftige, jetzt ist sie einfach nur noch ein Naivchen, welche auf Guttis Charme reinfiel. Das werden vor allem auch die Frauen erkennen. Frauen wissen um diese Schwäche und Naivität des weiblichen Geschlechts und urteilen entsprechend hart. Merkel ist als "starke Frau" eindeutig durchgefallen. --Enivie 10:51, 3. Mär. 2011 (UTC)

Warum soll sie sich bei einer oft sehr arroganten Minderheit entschuldigen???

Diese Minderheit ist der Kopf Deutschlands. --Enivie 10:55, 3. Mär. 2011 (UTC)




Wofür soll sich die Kanzlerin entschuldigen. Dafür, dass man sie nicht verstanden hat??? Wer einen Restverstand in der Birne hat, konnte die Abwägung der Kanzlerin deutlich vernehmen. Klar gab es auch nach ihrem Verständnis gewisse "Unschärfen" im Verhalten von Guttenberg, aber letztlich wertete sie sein politisches Vermögen und sein Engagement höher - ist das für einen Akademiker so schwer zu verstehen??? Wahrscheinlich wohl deshalb, weil den Herren Akademikern der Realitätssinn im Alltäglichen oftmals abgeht. Kein Wunder auch, wenn man in irgendwelchen verstaubten Unikämmerchen ein weltfremdes Dasein fristet ... welches Wunder, wie anders doch die Welt "draussen" ist ...


@Vorredner: Nachdem ich Ihre Stellungnahme gelesen habe, frage ich mich doch sehr, was für Sie "die Welt >draußen<" bedeutet. Meinen Sie vielleicht Facebook? -- Mr. Nice 01:02, 4. Mär. 2011 (UTC)


Bei der Beurteilung des Verhaltens von Frau Merkel bezüglich "Festhalten-an-zu-Guttenberg" sollte man nicht aus den Augen verlieren, daß sie nicht die Macht hatte, ihn einfach zu feuern. In einer Koalition muß auch eine Bundeskanzlerin Kompromisse machen.

Daß ihre Formulierung, keinen wissenschaftlichen Assistenten ins Kabinett gerufen zu haben, ungeschickt war, ist unumstritten, und auch mir persönlich (promovierter Naturwissenschaftler und "Erzieher" unseres wissenschaftlichen Nachwuchses) ist diese Formulierung sehr sauer aufgestoßen.

Nein, ich will Frau Merkel nicht in Schutz nehmen; wie ich es nicht scheue, ihre Fehler zu kritisieren, so erkenne ich aber auch ihre Verdienste an. Hier jedoch fragte ich mich selbst, welche Optionen hatte sie wirklich? Ja, für uns Wissenschaftler war und ist die Sache klar - Herr zu Guttenberg hat bei der Fertigstellung seiner Diss bewußt getäuscht (sprich: betrogen), aber es lag kein rechtkräftiges Urteil vor; so gesehen, galt die Unschuldsvermutung (ja, auch in einem solchen klaren Falle, denn er hat eine bewußte Täuschung bestritten). Mit dieser Unschuldsvermutung kann Herr Seehofer Solidarität verlangt haben. (Was immer er auch als Solidarität versteht.)

Eine weitere Frage tut sich mit der "Rebellion" von Frau Schavan auf - ich kann es mir nicht vorstellen, daß Frau Schavan ohne die (und vielleicht gar nicht so leise) Zustimmung von Frau Merkel gehandelt hat. Wer weiß, vielleicht war gerade diese Strategie die einzige Lösung: Frau Merkel steht hinter ihrem Minister und die anderen (einsame Rebellen, die für neue Schlagzeilen sorgen und damit den Druck der Öffentlichkeit amplifizieren) sägen ihn ab.

Vor diesem Hintergrund kann die kleine "Beleidigung" der Wissenschaftler ein Teil Merkels Strategie gewesen sein, den Schwindler und Hochstapler zum Rücktritt zu zwingen.

Alles nur Spekulationen; Herr zu Guttenberg ist zurückgetreten, die Staatsanwaltschaft ermittelt und damit sollten wir die Sache ruhen lassen und warten, was die Untersuchungen ergeben. --Bertel 17:49, 4. Mär. 2011 (UTC)

Mir fällt auf, wie Frau Merkel immer wieder gute Absichten "unterstellt" werden, die so nicht wirklich ersichtlich sind aus ihren Aussagen und ihrem Verhalten. Man geht immer wieder von einem mir schleierhaft vorgefassten gutgemeinten Kalkül ihrerseits aus. Doch frage ich mich, weshalb Frau Merkel z. B. den Soldaten, welche ihr kistenweise Briefpost vor die Tür stellten, einfach ohne Antwort beließ, nicht mal Guttenberg setzte sich dafür ein. Und auch jetzt reagiert sie nicht auf den offenen Brief der Akademiker, was meiner Meinung nach auf ein sehr unhöfliches Benehmen schließen lässt. Nein, ich unterstelle ihr gar nichts, weder Gutes noch Böses, sondern betrachte nur erstaunt, wie sie handelt, allein das werte ich. Und was sie tut, spricht für ein fehlendes Rechtsbewusstsein hinsichtlich der Rechte Dritter, der Urheber von plagiierten Wertschöpfungen, der Soldaten in Afghanistan, denen ihr Weihnachtsgeld entgegen aller Beteuerungen weiterhin zur Hälfte gestrichen wurde. Sie ging auch das Risiko ein, die Wissenschaft sowie die Urhebergesetze in ihrer Substanz zu schwächen und für ihren geliebten Guttenberg außer Kraft zu setzen. Sie hat sich aus meiner Sicht wie eine verliebte Frau ohne Verstand verhalten und nicht wie ein vernünftiger Mensch. Außerdem ist mir jede Art von Anhimmelei und Vergottung von Persönlichkeiten suspekt. Das hat in der Vergangenheit schon genug angerichtet. Dies hätte sie gar nicht erst zulassen sollen in ihrer Koalition.--Enivie 19:23, 4. Mär. 2011 (UTC)
Immerhin sprechen der CeBit-Auftritt und das abschließende Gruppenfoto bei der Entlassung KTG's Bände. Wir sind immer davon ausgegangen, dass Merkel mit dem Assistentenspruch ein Faux pas unterlaufen ist, aber ist sie dafür nicht viel zu erfahren und zu schlau, um die Konsequenzen nicht vorher zu ahnen? KTG hat letztlich an ihrem Stuhl gesägt, das Kanzleramt war doch schon defacto reserviert für KTG - Merkel wäre noch vor der Bundestagswahl von der eigenen Partei gekippt worden, der Höhenflug des KTG schien unaufhaltbar - keiner schöner Abgang in den Ruhestand für Merkel. Angesichts der schwachen Opposition hat sie sehr gute Chancen auf eine Wiederwahl und könnte gar Kohl in seiner Amtsdauer übertreffen, sich damit in den CDU-Annalen verewigen, neben den anderen Großen. Ausgehend von Motivationstheorien für Führungskräfte bleiben auch für Merkel nur noch wenige Argumente - hat hat Macht, Ruhm, Geld, Einfluss, positives Feedback - was will Frau mehr? Das ganz große Ziel. Mag das jemand weiter stricken? RealDoc 20:21, 4. Mär. 2011 (UTC)


Gegen Bildungselitismus, für politische Kritik an Guttenberg und für Selbstkritik des Wissenschaftsbetriebs Bearbeiten

http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/03/03/weil-lesen-bilden-kann/

und

http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/03/01/nach-dem-abgang-des-symptoms-eine-offenherzige-antwort-an-30-000-dt-akademikerinnen/

--TaP 10:58, 3. Mär. 2011 (UTC)

Enivie: Urheberrechtsverletzungen sind nicht nur ein Akademiker-Problem Bearbeiten

Ich sehe es etwas differenzierter: Guttenbergs Vergehen betrifft durchaus auch die Wirtschaft und damit alle Bürger und ebenso auch das Ausland, denn wie bekannt wird heute vieles über Internet verkauft, z. B. E-Books, Musikdateien und andere geistigen Güter. Diese werden von ganz unterschiedlichen Berufsleuten angeboten und nicht primär von der Bildungselite. Guttenberg verstärkt den ohnehin schon bestehenden Datenklau im Internet und macht ihn noch hoffähiger. Das ist sein Verdienst bzw. den großen Schaden, den er angerichtet hat. Deshalb besteht auch durchaus ein öffentliches Interesse an Guttenbergs Urheberrechtsverletzungen und zwar auch bei vielen Normalarbeitern ohne Doktortitel. Der wirtschaftliche Schaden durch solche Antibeispiele ist enorm.Enivie 11:14, 3. Mär. 2011 (UTC)Schreibfehler editiert--Enivie 04:36, 5. Mär. 2011 (UTC)

RealDoc: Der KTG-Fehler begründet eine neue Kultur Bearbeiten

Wie im Beitrag von Enivie treffend beschrieben, ist der Diebstahl von digitalisierten Inhalten (geistigem Eigentum) mit Sicherheit nicht das alleinige Problem einer kleinen Minderheit, z.B. Akademiker. Es gibt eine Vielzahl von Urteilen, in denen drakonische Strafen gegenüber Tauschbörsennutzern verhängt wurden, wegen Raubkopierens. An der Reaktion der KTG-Unterstützer lässt sich der Stellenwert des Raubkopierens ablesen, sie halten es für einen 'Fehler'. Deutschlands angeblich beliebtester Politiker hat zur Rettung seines Amtes eine Straftat bagatellisiert und sie als einen 'Fehler' bezeichnet. In weiten Teilen der Bevölkerung macht sich der Gedanke breit, da der Fehler synonym die Straftat ersetzt, Diebstahl von Daten im Internet sei ein kleiner, nur allzu menschlicher Fehler, den man gerne verzeiht - weil Fehler doch jeder macht. Stelle man die Behauptung auf, dies sei unbewusst geschehen, schützt einen das sicher vor Strafverfolgung - KTG hat das öffentlich im Bundestag zelebriert und als ausgebildeter Jurist einen Nonsens-Sachverhalt in die Welt gesetzt (kein Plagiat, weil unbewusst). Durch die Rückendeckung von Regierung und Regierungsfraktion enstand zudem der Eindruck, dass niemand etwas dagegen habe, im Internet Daten zu stehlen. Der Schaden von ein paar tausend Euro für verlegte Ausgaben der Promotionschrift mag ein geringes öffentliches Interesse suggerieren, KTG's Vorbild wird jedoch einer breiten Masse an Bevölkerung als Rechtfertigung dienen, Straftat und Fehler nicht mehr unterscheiden zu können. Durch die Bewusstseinskomponete wird zudem die moralische Kontrollinstanz eines jeden Menschen unterminiert, da KTG demonstriert hat, wie gut es sich mit einer Straftat lebt. In der öffentlichen Wahrnehmung ist aus dem Protest gegen lügen, kopieren und täuschen auf höchster Ebene des Landes ist eine 'Hetzjagd' auf eine unbescholtene Person geworden. Wenn die Gewaltenteilung noch Sinn machen soll, liegt es im öffentlichen Interesse, diesen 'Fehler' höchst richterlich zu klären.

TaP: Allerwelt-Weisheiten sind weder wissenschaftiche Leistungen noch verdienen sie Schutz als "geistiges Eigentum" Bearbeiten

Ja, selbstverständlich ist es nur fair, und insofern geboten, Leute, deren Formulierungen verwendet werden, auch zu nennen. (Außerdem entspricht, es ja in der Regel auch dem Eigeninteresse der zitierenden Person, die zitierten Leute zu nennen: Die AutorInnen, die ich überzeugend finden, sollen ja auch von anderen Leuten gelesen werden - und zwar mit ihrem ganzen Werk und nicht mit nur den paar Sätzen, die ich zitieren kann.)

Aber:

-- Ich halte wenig davon, das in der Terminologie von Klauen, Gütern (Eigentum) usw. zu diskutieren. Denn, dann sind wir bald da, daß auch für ein ordnungsgemäß ausgewiesenes Zitat eine Lizenzgebühr bezahlt werden muß. Und das ist nämlich die andere Seite der aktuellen Entwicklung: Die Privatisierung und Kommerzialisierung von Wissen durch private Datenbanken, die wissenschaftliche Veröffentlichungen erfassen und gegen Geld zugänglich machen, durch die Ausweitung von Patentrechten usw. - Die BürgerInnen finanzieren mit ihren Steuern die Forschung und der Gewinn wird privat eingestrichen.

-- Z.B. die aus der FAZ abgekupferte Einleitungs-Passage der Guttenberg-Diss.: "'E pluribus unum', 'Aus vielem eines' - so lautete das Motto, unter dem vor rund 200 Jahren die amerikanischen Staaten zur Union zusammenfanden, und dieses Motto ist programmatisch zu verstehen." usw. - Darin steckt doch weder bei der Erstautorin (ist ja auch nicht die Aufgabe eines Tageszeitungsartikels) noch bei Guttenberg irgendeine wissenschaftliche Leistung. Das ist blumig ausgeschmückt eine Allerwelts-Information, verbunden mit einer ohne Begründung bleiben starken Behauptung ("ist programmatisch zu verstehen" = muß ... verstanden werden). Selbstverständlich wäre es trotzdem nett, die Erstautorin mit der blumigen Formulierungsgabe zu nennen - aber daran hängt die wissenschaftliche Qualität oder Nicht-Qualität der Guttenberg-Diss. nicht. Auch wer/welche eine dreihundertseitige Sammlung seiner/ihrer eigenen FAZ-Artikel, versehen mit stilistischen Überleitungen, einreicht, hat damit noch keine wissenschaftliche Arbeit eingereicht. Eine wissenschaftliche Arbeit erfordert eine Frage, Kriterien, nach der sie beantwortet werden soll, eine begründete Methode, nach der das Gegebensein oder Nicht-Gegebensein der Kriterien festgestellt wird, erfordert nicht nur zustimmendes Zitieren, sondern gerade auch das Zitieren und Kritisieren von Gegenauffassung; die Auseinandersetzung mit konkurrierenden methodischen und theoretischen Ansätzen.

Ist davon denn irgendetwas in der Guttenberg-Diss. und der abgekupferten Populärliteratur vorhanden? (Ich vermute nicht, hatte aber keine Gelegenheit sie zu lesen.) Falls nicht, dann ist das (und, daß das den Gutachtern nicht auffiel) doch der viel größere wissenschaftliche Schaden als die fehlenden Fußnoten.

RealDoc: Merkel in den Fußstapfen von Kohl Bearbeiten

Die Parallelen sind erschreckend, der Altbundeskanzler verlor ebennfalls mit zunehmender Amtsdauer die Bodenhaftung und seinen politischen Instinkt - Kohl hat mit der Spendensumpfaffäre sein politisches Grab gegraben, Merkel hat mit der blinden Guttenbergdeckung den Spaten schon betätigt. Der Regierung steht das Wasser bis zum Hals, die Sargnagel-Außerung Lammerts ist symptomatisch und gewinnt an Brisanz. überrascht vom Reaktionstsumani ringen sie jetzt um Fassung, hoffen dass das Tagesgeschäft die Peinlichkeiten vergessen lässt.

Die Wahlen in BaWü (weniger RLP) werden der Anfang vom Ende Merkels sein, der Guttenberg-Knall wird dort erst seine volle Wirkung entfalten und die entscheidenen hanvoll Prozente kosten, die Mappus das Überleben gesichert hätte.

Sie hat sich in eine Lage manövriert, in der es weder vor noch zurück geht, daran ändert auch der erhobene Zeigefinger '...uns muss niemand erklären...' nichts, im Gegenteil, auch hier finden wir Kohl'sche Algorithmen der Fehlkalkulation.

Sie wird sich nicht entschuldigen, wähnt sie doch einen herben Stimmenverlust der Pro-KTG dadurch, da kann man schon mal die zahlenmäßig kleine, akademische Elite vor den Koffer treten und der solidarisierten bürgelichen Mitte ein X für ein U verkaufen und dem politischen Gegner ' Verlogenheit und Heuchelei' vorwerfen.

Hallo RealDoc: Ich hoffe, Du wirst Recht behalten. Ich war bisher keineswegs ein Gegner Angela Merkels. Nur hat sie mich jetzt wirklich ent-täuscht in dieser Fehleinschätzung. Ich hielt sie für vernünftiger, aber ihr geht es offenbar auch nur um politisches Kalkül - zulasten von Recht und Gesetz. Enivie 21:14, 3. Mär. 2011 (UTC)
Selbst, falls RealDoc recht behält: Mir fiele schwer, darin einen Vorteil zu sehen. Anders als vielleicht noch Rot-Grün in den 80er Jahren war Schröder/Fischer kein kleineres Übel gegenüber Merkel/Müntefering-Steinmeier und Merkel/Westerwelle. Ich würde mittlerweile fast umgekehrt sagt: In der Opposition können SPD und Grüne wohl noch eher Schadensbegrenzung betreiben, als wenn sie regieren 'müssen'.
--TaP 23:54, 3. Mär. 2011 (UTC)
Ja, Enivie, es ging mir da nicht anders, auch ich hatte Merkel & Co gewählt, übrig geblieben ist Enttäuschung. KTG war mir ziemlich egal, auch wenn mir sein Auftreten schon vom ersten Tage an suspekt war. TaP, Du hast leider Recht und ich sehe die Entwicklung auch mit Sorgenfalten. Das was wir bis dato von Rot/Grün gesehen haben, sofern sie Regierungsverantwortung hatten, war nun wirklich kein Ruhmesblatt, im Gegenteil. RealDoc
Hallo RealDoc, auch ich hoffe, dass Du mit Deiner Aussage zu den „Wahlen in BaWü“ recht behalten wirst — bin mir aber noch nicht so sicher, „wir Schwaben“ sind eben stur und wählen erst recht wieder CDU, weil mir des doch emmer so gmacht hent … ehrlich, ich fürchte, dass Mappus gewinnt (solche Machtmenschen kommen in Oberschwaben, Hohenlohe, Schwarzwald und auf der Alb immer noch gut an) und dann auch Frau Merkel triumphiert … --Honni soit qui mal y pense 21:29, 4. Mär. 2011 (UTC)
Also meine Mutter ist auch Schwäbin, sie war vorher Angela-Merkel-Fan. Doch jetzt ist sie so enttäuscht, dass sie wohl eher die Opposition wählen würde. Ihr Vater war auch Schwabe, der sich immer gleich hundertprozentig abwandte. Deshalb wanderte er gleich aus und ließ sich anderswo einbürgern. Von daher habe ich eher den Eindruck, dass die Schwaben klare Werte bevorzugen und auch mal ungewöhnliche Wege gehen. Extrem so oder dann so.Sehe ich auch bei meinen anderen schwäbischen Verwandten.--Enivie 22:13, 4. Mär. 2011 (UTC)

Szenario Bearbeiten

Was wäre denn gewesen, wäre der Plagiatsvorwurf gleich nach der Einreichung der Doktorarbeit 2007 aufgekommen? Zu diesem Zeitpunkt war Guttenberg noch nichtmal Wirtschaftsminister. Ich behaupte: ersten wäre das Ganze medial nicht aufgebauscht worden, zweitens wäre er heute trotzdem Verteidigungsminister. Ich sehe Merkels Aussage aus dieser Sicht. Sie hätte ihn auch dann eingestellt, wenn er vor vier Jahren schon erwischt worden wäre. Schließlich gibt es in der Politik äußerst viele Personen (gleichmäßig über Regierung und Opposition verteilt), die sich enorme Patzer geleistet haben, die sehr viel schwerer wiegen als Plagiarismus, und jetzt trotzdem hohe Ämter bekleiden. Bestechung, Veruntreuung, fahrlässige Tötung, zum Beispiel.

Das andere Personen des öffentlichen Lebens gleichen, weniger oder mehr Dreck am Stecken haben, ist für die Bewertung unbedeutend. Das Szenario zu Merkels Erklärung hätte aber auch vorausgesetzt, das er seine Strafe bekommen hätte und fortan erheblich authentischer durchs Leben gegangen wäre. So wie seine Vita im Verlauf der Affäre zerflückt und als Luftnummer entlarvt wurde, wird es ihm sicher eine Lehre sein. Ob man ihm mag oder nicht, er hat die gleichen Rechte wie jeder von uns, damit auch das Recht, von vorne anzufangen. Was wäre, wenn er wieder kommt? Ich könnte ihm verzeihen, wenn er denn einmal in seinem Leben ehrlich sein sollte, vertrauen wollte ich ihm jedoch nicht mehr und damit ist er als Politiker imho erledigt. Merkel als (ehemalige) Vollblutpolitikerin mit einem (ehemaligen) Instinkt für die richtigen Worte zur richtigen Zeit, hätte ihn (damals) mit Sicherheit nicht als Minister genommen, wuchs ihre politische Stärke doch simultan und umgekehrt proportional mit dem Untergang Kohls.
RealDoc 17:01, 4. Mär. 2011 (UTC)